06.10.17 07:30 Alter: 202 days
Kategorie: Top News
06.10.17

Leute, die wenig haben, spenden für die, die fast nichts besitzen

Beschäftigte der Roda-Werkstatt Stadtroda spenden Erntedankgaben an die Kahlaer Tafel


Von links: Martina Kramer von der Roda-Werkstatt, Ilona Meier, Beatrix Manß, Arne Schröder, Cassandra Lodemann, Robert Leichsenring und Andreas Slawik, Geschäftsführer des Rehabilitationszentrums Stadtroda, zu dem die Roda-Werkstatt in Stadtroda gehört. Foto: Ute Flamich

Stadtroda. „Es ist nicht selbstverständlich etwas von Menschen geschenkt zu bekommen, die selbst wenig haben“, sagte Ilona Meier. Sie ist Chefin des Vereins „Tafel Kahla“, der erst seit dem 18. November vergangenen Jahres besteht.

Umso erfreuter waren Ilona Meier und Arne Schröder vom Tafel-Team, dass es ­Beschäftigte der Roda-Werkstatt Stadtroda sind, die in diesem Jahr ihre ­Erntedankgaben für die Kahlaer ­Tafel sammelten. Süßigkeiten, Kleidungsstücke, Bücher, Tiernahrung, Kaffee, Säfte, Marmelade und vieles mehr konnten gestern zum Herbstfest mit Tag der offenen Tür in der Arbeitsstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung übergeben werden – natürlich zum Erntedankgottesdienst am Vormittag. Der Gottesdienst ist von Olaf Wisch vom Gemeindebezirk Ottendorf und Renthendorf geleitet worden. „Und war wunderschön!“, sagte Beatrix Manß. Die 37-Jährige aus Kahla ist in der Außenarbeitsgruppe der Roda-Werkstatt in Kahla eingesetzt und Vorsitzende des Werkstattrates. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Cassandra Lodemann und Schriftführer Robert Leichsenring hat sie das Herbstfest und den Tag der offenen Tür mit vorbereitet.

Gestern noch sind die Spenden der Roda-Werkstatt in der Kahlaer Tafel in der Fabrikstraße 7 ausgegeben worden. „Mittlerweile sind es 140 Haushalte, die wir versorgen. Darunter sind auch viele Kinder und Rentner, die nicht einmal die Grund­sicherung haben“, sagte Meier. Vor allem haltbare Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Nudeln, Reis oder Kekse werden in der Tafel immer gebraucht. „Zurzeit suchen wir auch dringend Kleiderständer, um die Wintersachen aufhängen zu können“, sagte Arne Schröder. Jedwede anderen Sach- und Essensspenden sind natürlich auch stets vonnöten, um helfen zu können.

„Ich denke, dass wir mit der Tafel in Kahla in Kontakt bleiben“, sagte Beatrix Manß. Sie und ihr Werkstattrat haben sich vorgenommen, die Tafel zu besuchen und sich vor Ort selbst ein Bild von der Arbeit der ins­gesamt sieben ehrenamtlichen Helfer zu machen.